„Scribus 1.3.5: Beginner’s Guide“ (Packt Publishing) – a review

(Full disclosure: Packt Publishing contacted me if I would write a review on this title and offered me a free e-book in return. I agreed, but would have written this review anyway.)

Just before christmas, I got my hands on the eBook edition of „Scribus 1.3.5: Beginner’s Guide“ from Packt Publishing. Being a long-term user of LaTeX, I had planned to explore new terrain in the land of desktop publishing for quite some time. But only when there came along a project that didn’t fit with LaTeX did I seriously check out what’s available when it comes to documentation on Scribus. Of course there’s the official Wiki and Scribus is briefly mentioned in many introductory titles on GNU/Linux or FLOSS in general. But when it comes to dedicated titles that handle Scribus in-depth there’s not much of a choice right now.

Packt added to this small selection with their title which saw the light of day in December 2010. I always liked the broad variety of their portfolio and wanted to check on their promise of no-nonsense, straight to the facts guides for advanced and specific subjects. In review, „Scribus 1.3.5: Beginner’s Guide“ definitely delivers on that promise.

The two first chapters, which bring you up to speed in a few pages, are quite general. First, you get some basic knowledge on the workflow of desktop publishing and gephical layout tools. Some pitfalls of professional printing are hinted at. Next, the interface of Scribus is explained in a glance (I always find those chapters quite dull). With Chapter 2 the book cuts to the chase. You create a simple businesscard layout following a step-by-step tutorial that merely tells you to do things without too much explanation as to the why and what of many features and concepts used. If the task at hand that forced you to read up on Scribus happens to be a business card (like it was in my case) you profit from the book already. If your demands towards Scribus are more advanced, rest assured that this first tutorial pushed you on most of the basic concepts. At least that’s what I realized after working through the rest of the book. Quite smart.

The remaining chapters are a mixture of small mini-tutorials that introduce you to just one or two small features on the one hand and tricks and best practices from an obviously quite Scribus-savvy author on the other hand. But beware that there’s a noticeable progression, i.e. many of those small tutorials refer to and use skills that are trained/explained earlier in the book. You don’t always get page references, but the index at the end is detailed enough to find your way around. And after working with the book for some time you develop a feel for where things are.

Which is one main point to mention: you have to work with this book. It’s not something you just read, with exercises attached at the end of chapters. This is one big exercise! Of course there’s the more explanatory section here and there. But those felt more like the exception to me. The norm is concise instructions which you better follow right along and then take a minute or to to reflect on what you just did. I really liked that, made me feel less stupid.

Sounds all good, doesn’t it? But there’s one big catch. The – how should I call it? – „variant“ of english used in the book is at times very hard to read. It’s not what you know from school or daily conversation. Not even what you stumble on in blogs and the like. It’s more like what you used to get from Babel Fish. The most prominent example is the use of „to validate“. It doesn’t mean „to check for errors; to make sure something is correct“ like you might think but is used for the trivial act of clicking a „Confirm“ of „OK“ button instead. So „to validate“ == „to confirm“. After the 10th or so time I deemed it a running gag, but per se the constant fuzzy use of phrases and collocations is not funny at all. Proofreading can make quite some difference. As far as content is concerned the publisher seems to have done their job. When it comes to grammar – not so much. All other weaknesses I booked as „nobody’s perfect“ and didn’t take notes on.

So, if you want a hands-on, straight to the facts manual for Scribus, this might be the book for you (it was for me). But expect a bumpy ride on the grammar side. It’s not always written in plain English…

Scribus 1.3.5: Beginner’s Guide by Cedric Gemy, Packt Publishing, 1st edition December 2010, 248 pages, ISBN 1849513007


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Wie die Laufzeitverlängerung für Atommeiler als Begründung für die Laufzeitverlängerung dient

Warum ist die Laufzeitverlängerung für Atommeiler eine tolle Idee? Weil die Laufzeiten verlängert wurden. So wird – wenn man es genau betrachtet – im Moment argumentiert. Einige kritische Stimmen haben den Braten schon gerochen und monieren, dass der (überflüssige) Atomstrom die Netze „verstopft“. Aber das stinkt als Argument enorm ab gegenüber dem Strompreis als Universaltotmacher. Und der sei wegen der EEG-Umlage, da diese ja zugenommen hat, gestiegen. Wachsame Bürger haben erkannt, dass das als Begründung nicht stimmt, da der Preis nach allen Gesetzen des Marktes eigentlich nicht hätte steigen müssen, aber Fakt bleibt, die EEG-Umlage ist gestiegen und das sei – so wird uns eingetrichtert – per se schlecht. Na gut. Warum aber ist sie gestiegen?

Die Antwort ist eigentlich simpel: es gibt zu viel Strom. Denn statt einer Energiewende findet schon länger, mit der beschlossenen Ausweitung der Reststrommengen für Atomkraftwerke verstetigt bis kurz vor den Sanktnimmerleinstag, eine Energieschwemme statt. Denn statt mit jedem Prozent, das Erneuerbare Energien gesichert zum Stromverbrauch beitragen, nach und nach die gefährlichsten der konventionellen Kraftwerke – Atomkraftwerke – aufs Altenteil zu schicken, bleiben sie an ein Netz angeschlossen, das immer weniger Strom von ihnen abnimmt, ihre Reststrommenge also immer langsamer aufbraucht. Das umso stärker, als im Zuge der Wirtschaftskrise der Stromverbrauch auch noch gesunken ist. Wenn die betonierten Sinnbilder menschlicher Hybris, also Atomkraftwerke, den Strom trotzdem reinzuwerfen versuchen oder aus „technischen Gründen“ ins Netz abladen müssen, geht der Strompreis an der Börse eben auf Talfahrt. Dieser Börsenpreis ist es aber, der als Referenz genommen wird, um die EEG-Umlage zu berechnen. Der Netzbetreiber zahlt nämlich nicht in voller Höhe die im Gesetz garantierte Einspeisevergütung an die, die Erneuerbaren Strom einspeisen, sondern nur den Unterschied zwischen Börsenpreis und diesem garantierten Abnahmepreis.

Ist der Strompreis also durch eigentlich unnötige Atomkraftwerksopis im Keller, steigt die Umlage, Ökostrom ist also – jaja, da sieht man wieder einmal – „zu teuer“; ist der Strompreis normal, also nicht durch den Atomschrottstrom gedumpt, meckert keine Sau – außer vielleicht über allgemein (zu) hohe Strompreise.

Atommeiler laufen länger, Strompreis geht in den Keller, EEG-Umlage steigt => „Scheiß teurer Atomstrom, natürlich brauchen wir weiter Atomkraftwerke! Jemand muss die Erneuerbaren aufhalten!“

Atommeiler gehen frühestmöglich vom Netz, Strompreis ist „normal“, EEG-Umlage bleibt (mit der sinkenden Einspeisevergütung für neu installierte Anlagen) annähernd gleich => „Mist, warum ist Strom nur so teuer? Scheiß Energieoligopolistenpack!“

Preisfrage: Warum laufen dank einer schwarz-gelben Regierung also die Atommeiler länger? Will da vielleicht jemand Stimmung machen?


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Offene Standards im Netz der Stromnetze?

Virtuelle Kraftwerke, SchwarmStrom – wie auch immer man nennt, dass die Energieerzeugung der Zukunft vor allem dezentral sein wird, eine der großen Herausforderungen ist plötzlich, die vielen verschiedenen kleinen Kraftwerke zu regeln und auf die Nachfrage abzustimmen. Die Nachfrage ist dabei über intelligente Stromzähler jederzeit nachvollziehbar. Lösen lässt sich das nur, wenn alle diese Teile mitteilen, was sie eben tun und auf Anweisungen reagieren, die eine wie auch immer geartete Steuereinheit ihnen sendet.

Das Stromnetz wird also gleichzeitig ein Datennetz.

Nun ist die Versuchung groß, die Protokolle für dieses Netz geheim zu halten. Muss ja schließlich sicher und 24/7 verfügbar sein, so ein Stromnetz. Das wäre aber ziemlich dämlich. Denn security by obfuscation hat noch nie dauerhaft funktioniert. Bewährt haben sich hingegen offene Standards für Datenübertragung und -verschlüsselung. Also TCP/IP, XML, SSH, SSL, GnuPG und wie sie alle heißen. Und ich meine jetzt nicht irgendwelche Pseudostandards, die nur Standard sind, weil eben halt ursviele damit arbeiten (z.B. DOC für Text), sondern Standards, die öffentlich dokumentiert und diskriminierungsfrei zugänglich und implementierbar sind.

Trifft das für die derzeitigen (Pilot)Projekte für virtuelle Kraftwerke zu? Oder kocht da jeder sein eigenes Süppchen, um z.B. Wettebewerber zu diskriminieren?

Gibt es eine öffentliche Spezifikation zur Kommunikation mit Stromerzeugungs- und -abnahmestellen im Stromnetz?

Update 28. Dezember 2010: Zumindest für die Entnahmeseite, also den Stromzähler beim Stromverbraucher, bin ich fündig geworden, und zwar in einem Positionspapier der Bundesnetzagentur vom 23. Juni 2010 (s. dort Punkt 3.):
„Die Messeinrichtung hat die nachfolgenden Kommunikationswege zu ermöglichen, wobei die hierfür einzusetzende(n) Schnittstelle(n) sowohl hardwareseitig wie auch in Bezug auf das darüber angewendete Datenaustauschprotokoll offengelegten und lizenzfrei verwendbaren Standards zu folgen hat/haben. Hierbei sind insbesondere die Standardisierungsaktivitäten auf europäischer Ebene zu berücksichtigen.“

Ob sich die Hersteller daran bereits halten und welchen Standards sie da genau folgen, wäre die nächste Recherche.


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EEG-Umlage: Die große Verarsche

In einer konzertierten Aktion haben die üblichen Verdächtigen den großen EEG-Umlagen-Rufmord in Angriff genommen. Die für alle Stromkunden vermeintlich unabwendbare Zwangsabgabe zur Förderung der Erneuerbaren Energien wird groß zum Prügelknaben aufgebaut, sodass jetzt nach der Erhöhung der Umlage „Rufe nach einer Höchstgrenze der Solarförderung“ aus der CDU aufgenommen und den Stimmdeppen als Erlösung von der ach so schweren Bürde verkauft werden können.

Am geilsten finde ich die Propagandaschmiere mit den armen Hartz-IV-Empfängern:

Es wird allgemein kritisiert, dass auch der Hartz-IV-Empfänger wegen der Ökostrom-Umlage über den Strompreis die Vergütungen für den Zahnarzt mitbezahlt, der auf seinem Eigenheimdach eine Photovoltaikanlage installiert hat.

(Dass jeder – natürlich nicht auf der Stromrechnung ausgewiesen – irgendwelcher Aktionärsbagasch hinter den Oligopolisten durch verdeckte Subventionen die Dividende maximiert, ist dagagen sozial vollkommen in Ordnung. Klar.)

Mehr von der Verdummsuppe in der Meldung bei Verivox. Bei diesem angeblich unabhängigen Verbraucherportal kann ich generell eine gewisse Tendenz erkennen, wenn es um die Erneuerbaren geht. Oder nennen wir es fairerweise Ambivalenz. Fast so, als wären die gar nicht wirklich unabhängig.

Leute, lasst euch nicht verarschen. Und wenn doch, scheißt euch bitte wenigstens selbst mit eurem Atommüll zu.


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Wie umgehe ich die EEG-Umlage?

Dieser Tage bekommen fast alle, die Strom beziehen, Post von ihrem Energieversorger. Die Preise steigen zum 1. Januar, schuld sie die EEG-Umlage. Um das dann als höhere Gewalt hinzustellen, wird auch darauf hingewiesen, dass diese Umlage alle Stromkunden bezahlen müssen, „egal, ob sie noch konventionellen Strom beziehen oder schon Ökostrom“. Diese Aussage stimmt so nur leider nicht, dennoch wird sie gebetsmühlenartig wiederholt. Dabei nehmen sich konventionelle Stromanbieter oder solche für Ökostrom nichts; das Zitat beispielsweise stammt aus einem Informationsblatt von LichtBlick.

Wie aber lässt sich die EEG-Umlage umgehen, ganz legal?

Das Gesetz, auf dem die Umlage basiert, schreibt dazu in § 37, (1):

Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die Strom an Letztverbraucher liefern, sind verpflichtet, den von dem für sie regelverantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber nach § 35 abgenommenen und vergüteten Strom anteilig gemäß einem rechtzeitig bekannt gegebenen, der tatsächlichen Stromabnahme nach § 8 in Verbindung mit § 16 angenäherten Profil abzunehmen und zu vergüten. Dies gilt nicht für Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die, bezogen auf die gesamte von ihnen gelieferte Strommenge, mindestens 50 Prozent Strom im Sinne der §§ 23 bis 33 liefern.

Wichtig ist hier Satz 2.

Aber gibt es solche Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die von der Umlage befreit sind, überhaupt? Ich weiß von mindestens einem: Naturstrom.

Durch den Wegfall der EEG-Umlage, die damit auch nicht an die Kunden weitergegeben wird, erklärt sich – neben Sparsamkeit beim Werbeetat – der fast schon unseriös niedrig wirkende Preis von naturstrom. Wer durch einen Wechsel zu Ökostrom also nicht nur sein Gewissen reinwaschen möchte, sondern auch die EEG-Umlage von denen bezahlt wissen will, die es nicht anders verdient haben, sollte zu einem Anbieter wie Naturstrom wechseln.

(Die filmArche Berlin ist übrigens Kunde von Naturstrom. Für jeden geworbenen Kunden erhält sie 20€ Werbungsprämie. Wer sich werben lassen will, bitte an andreas.braml(at]filmarche.de wenden.)

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Fragen zur Energiewende I

Es gibt ein paar Fragen zur sogenannten Energiewende, die ich mir selbst nicht beantworten kann, daher stelle ich sie hier allgemein, in der Hoffnung, dass jemand beispringt.

Heute zum geforderten Ausbau des Stromnetzes.

Es wird behauptet, um den Strom von den (vorgesehenen) (Mega-)Windparks an der Küste im Norden zu den großen Industriezentren im Süden zu bringen, bräuchte es neue Magistralen, die wegen der langwierigen Genehmigungsverfahren aber nicht schnell genug gebaut werden könnten. Interessant ist hier, dass der Norden mit seinen Windparks als ein großes „Kraftwerk“ gedacht wird, das für seine Kunden im Süden Strom produziert. Vielleicht ist diese Annahme bereits falsch?

Meine Frage jedenfalls: Es gibt ja bereits jetzt Stromabnehmer im Norden, die so bedeutend zu sein scheinen, dass es sich lohnt, extra für sie Atomreaktoren zu betreiben (Brunsbüttel, Brokdorf, Unterweser, Krümmel mit insgesamt 5.000 MW Leistung). Die schicken ihren Strom – so nehme ich an – nicht ins Nichts, sind also mit Leitungen ausreichender Kapazität mit ihren Abnehmern verkabelt, wo immer die sitzen (Hamburg, Bremen, vielleicht auch Berlin und das Ruhrgebiet). Gibt es hier wirklich keine Verbindung nach Süden? Bei der Häufigkeit, mit der solche Reaktoren stillstehen, kann ich mir kaum vorstellen, dass da nicht Leitungen für den Fall der Fälle nach Süden verlaufen. Oder sind die nur für Atomstrom geeignet?

Apropos Berlin: Rund um Berlin findet sich kein Atommeiler in Betrieb. Woher aber kommt der Strom für Berlin? Ich vermute, auch aus den großen Kraftwerken im Westen? Oder tatsächlich nur aus den Kohlekraftwerken im Umland oder direkt vor Ort? Kann man hier Leitungen von extern nicht auch in die andere Richtung nutzen, also von den Windparks in Brandenburg nach Westen (und dann weiter nach Süden)?

Das sind alles Fragen nach Details. Die große Frage: Ändert sich an den benötigten Leitungskapazitäten (bei deren Berechnung wohl davon ausgegangen wird, dass die Atomkraftwerke parallel weiter betrieben werden) etwas, wenn man die Vorausberechnung mit dem Bestandsnetz vornimmt, aber ohne die aktuelle Einspeisung durch die AKW?

Und die letzte Frage für heute: Von wem stammen die Berechnungen? Von denselben, die behaupten, Atomkraft sei billig, nachhaltig und sicher? Oder gibt es die auch von etwas neutralerer Seite bestätigt oder widerlegt?

Update 15.11.2010: Ein Artikel auf klimaretter.info klärt einige meiner Fragen. Perfektes timing!

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Die Energiewende ist ein Systemwechsel oder sie ist keine Energiewende

Wenn wir aktuell von Energiewende hören, denken wir immer öfter auch an Offshore-Windparks oder gigantische Photovoltaikanlagen (Stichwort: Desertec) und glauben, das sei gut gedacht. Ist es aber nicht. Das aber ist noch keine Energiewende, denn Strom bleibt Strom, egal, wie er erzeugt wurde. Denken wir an Windräder bei Bauer Claasen hinterm Haus, Photovoltaikanlagen bei Schmidts auf der Dachschräge und Kraft-Wärme-Kopplung im Keller der Grundschule, kommen wir der Energiewende schon näher. Denn die eigentliche Energiewende ist nicht der Wechsel von atomaren oder fossilen zu regenerativen Energieträgern. Die eigentliche Energiewende wäre eine solche weg von einigen wenigen großen Kraftwerken und Anbietern hin zu vielen kleinen Produzenten, die an allen Enden des Netzes Strom einspeisen. Es ist ein grundlegender Systemwechsel, was sich daran zeigt, dass immer mehr von den kleinen Stromproduzenten nicht an das Netz angeschlossen werden können (so behaupten zumindest die Netzbetreiber). Und wie jeder Systemwechsel wird auch dieser von denen, die am meisten davon profitieren würden, dass sich das System eben nicht ändert, behindert.

Hier kommen die Brückentechnologien ins Spiel. Wir bräuchten unbedingt Strom aus Atommeilern, wird behauptet. Doch was heißt da „wir“? Die Stromanbieter alter Schule, das Oligopol, braucht diese Brücke. Denn sie müssen Zeit gewinnen, um auch nach der Energiewende (die dann gar keine ist) wieder als Oligopol funktionieren zu können. Daher die plötzliche Begeisterung für Offshore-Megawindparks und andere Großveranstaltungen. Die funktionieren nämlich – rein zufällig – wieder wie ein großes Kraftwerk, sowohl was den Netzzugang betrifft als auch, was die höhe der Investitionen angeht. Aber solche Projekte benötigen auch mehr Zeit, bevor sie gebaut werden können. Und diese Zeit über muss man das bestehende Netz soweit möglich unverändert lassen. Wo das als Barriere gegen unliebsames Stromeinspeisergeschmeiß nicht genügt, muss man es mit im Oligopol produziertem Strom verstopfen. Atomstrom beispielsweise. Sind die regenerativen Megakraftwerke dann fertig, kann das Oligopol alte konventionelle Kraftwerke abschalten und nahtlos die neuen Großkraftwerke ans Netz bringen.

Die Energieversorgung ist dann zwar schön regenerativ, aber immer noch ein Oligopol. Regenerativ sind so dann vor allem die Gewinne der Handvoll Großkonzerne, die weiterhin das gros an Kraftwerksleistung betreiben.

Eine Energiewende, die diesen Namen verdient, müsste letztendlich zu einem „Internet für Strom“ führen. Alles andere verdient diesen Namen nur in Regierungserklärungen und der Hochglanz-PR althergebrachter Energieriesen.

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