Offene Standards im Netz der Stromnetze?

Virtuelle Kraftwerke, SchwarmStrom – wie auch immer man nennt, dass die Energieerzeugung der Zukunft vor allem dezentral sein wird, eine der großen Herausforderungen ist plötzlich, die vielen verschiedenen kleinen Kraftwerke zu regeln und auf die Nachfrage abzustimmen. Die Nachfrage ist dabei über intelligente Stromzähler jederzeit nachvollziehbar. Lösen lässt sich das nur, wenn alle diese Teile mitteilen, was sie eben tun und auf Anweisungen reagieren, die eine wie auch immer geartete Steuereinheit ihnen sendet.

Das Stromnetz wird also gleichzeitig ein Datennetz.

Nun ist die Versuchung groß, die Protokolle für dieses Netz geheim zu halten. Muss ja schließlich sicher und 24/7 verfügbar sein, so ein Stromnetz. Das wäre aber ziemlich dämlich. Denn security by obfuscation hat noch nie dauerhaft funktioniert. Bewährt haben sich hingegen offene Standards für Datenübertragung und -verschlüsselung. Also TCP/IP, XML, SSH, SSL, GnuPG und wie sie alle heißen. Und ich meine jetzt nicht irgendwelche Pseudostandards, die nur Standard sind, weil eben halt ursviele damit arbeiten (z.B. DOC für Text), sondern Standards, die öffentlich dokumentiert und diskriminierungsfrei zugänglich und implementierbar sind.

Trifft das für die derzeitigen (Pilot)Projekte für virtuelle Kraftwerke zu? Oder kocht da jeder sein eigenes Süppchen, um z.B. Wettebewerber zu diskriminieren?

Gibt es eine öffentliche Spezifikation zur Kommunikation mit Stromerzeugungs- und -abnahmestellen im Stromnetz?

Update 28. Dezember 2010: Zumindest für die Entnahmeseite, also den Stromzähler beim Stromverbraucher, bin ich fündig geworden, und zwar in einem Positionspapier der Bundesnetzagentur vom 23. Juni 2010 (s. dort Punkt 3.):
„Die Messeinrichtung hat die nachfolgenden Kommunikationswege zu ermöglichen, wobei die hierfür einzusetzende(n) Schnittstelle(n) sowohl hardwareseitig wie auch in Bezug auf das darüber angewendete Datenaustauschprotokoll offengelegten und lizenzfrei verwendbaren Standards zu folgen hat/haben. Hierbei sind insbesondere die Standardisierungsaktivitäten auf europäischer Ebene zu berücksichtigen.“

Ob sich die Hersteller daran bereits halten und welchen Standards sie da genau folgen, wäre die nächste Recherche.


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Über pseudoruprecht

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